Große und kleinere Ereignisse in der
Geschichte der Stadt Bühl (Baden)
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Letzte Änderung: 13.1.2007
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Allgemeines:

Die Große Kreisstadt Bühl liegt 15 km südlich von Baden-Baden und 50 km nördlich von Straßburg im Elsass (Frankreich).
Geografische Lage: 8° 09' östliche Länge, 48° 42' nördliche Breite, 135 m über Meeresspiegel (Kernstadt)

Das Stadtgebiet umfasst die Kernstadt mit dem Stadtteil Kappelwindeck sowie die außerhalb gelegenen Stadtteile Altschweier, Balzhofen, Eisental (mit dem Ortsteil Affental), Moos, Neusatz, Oberbruch, Oberweier, Vimbuch und Weitenung.

Das Kreisstadt-Gebiet: erstreckt sich vom Ostrand der Rheinebene (Oberrheinische Tiefebene) mit einer Höhe von 127 m über dem Meer im Stadtteil Oberbruch bis zu 1038 m im Gebiet der "Bühlerhöhe" an der Schwarzwaldhochstraße. Die Landschaft wechselt zwischen Wiesen und Feldern in der Rheinebene, Weinreben im Vorgebirge und den Tannenwäldern des Schwarzwaldes.

Städte-Partnerschaften: pflegt Bühl mit Villefranche-sur-Sâone in Frankreich, Schkeuditz in Sachsen, Rayon Kalarasch (Moldova) sowie der Stadtteil Weitenung mit Mattsee in Österreich.
Ortsschild
Zeitpunkt: Ereignis:
um
8000
v.Chr.
Bei Bauarbeiten im Jahr 1897 auf dem Gebiet des Stadtteils Altschweier fand man ein Steinbeil und einige Pfeilspitzen. Auch in Stadtteilen weiter in der Rheinebene wurden einige wenige ähnliche Gegenstände ausgegraben. Diese frühgeschichtlichen Funde sind ein Beleg für die Besiedlung des Bühler Gebietes bereits in der Steinzeit.
ca.
100
n.Chr.
Von den Römern angelegte Straßen und Wege durchzogen das Land. So wurden auch auf dem Bühler Gebiet zwei so genannte Meilensteine gefunden. Das Original eines der beiden Steine befand bis vor kurzem noch im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe, jetzt wird er im neu eröffneten Bühler Stadtgeschichtlichen Museum ausgestellt. Eine originalgetreue Nachbildung steht auch vor dem Rathaus in Bühl. Dieses Rathaus (eine frühere Kirche) steht teilweise auf den Grundmauern eines warscheinlich römischen Militärgebäudes. Auf dem Bergvorsprung der Burg Windeck befand sich vermutlich ein römischer Wachturm.
12.
Jhdt.
Bau der Burg Alt-Windeck im 12. Jahrhundert durch die Herren von Windeck.
Als Burgruine erhalten sind heute die beiden Burgtürme, die Ringmauer und die Giebelmauer eines der Palasgebäude.
  mehr zur Burg Alt-Windeck
1149 Aus diesem Jahr stammt der älteste noch existierende Beleg, in dem der Ort "buhel" erwähnt wird.
Buhel ist das mittelalterliche Wort für Hügel bzw. mäßige Anhöhe.
1154 Aus diesem Jahr stammt die älteste bis heute erhaltene Urkunde, in der der Ort Vimbuch, heute ein Stadtteil von Bühl, erwähnt wird.
1283 Mindestens seit 1283 (belegt durch eine Urkunde des Klosters Schwarzach) war das Dorf, das jetzt mittelhochdeutsch "Bühel" geschrieben wurde, der Hauptbesitz der Herren von Windeck, bis zum 16. Jahrhundert. Das Dorf gehörte zum Besitztum der Grafen von Eberstein, die es den Windecker zum Lehen gaben.
Altschweier erscheint urkundlich zum erstenmal im als Algeswillare oder Algeswilre. Eine in Latein geschriebene Urkunde im Codex Reichenbachensis dokumentiert die Verschenkung von Land an das Kloster Reichenbach durch Luodobert von Staufenberg.
1324
Bereits im Jahr 1324 hatte das Dorf Bühl ein Gericht, besetzt mit einem Schultheißen und 12 Gerichtsleuten (Zwölfergericht). Damit verbunden war die Führung eines Gerichtssiegels. Dieses stellt symbolisch 3 Hügel dar und ist auch heute noch das Stadt-Wappen.  
1370 bis
1371
Fehde zwischen Reinhard von Windeck und der Stadt Straßburg, in Folge dessen der straßburgische Domprobst auf der Burg Windeck gefangen gehalten wurde.
Zweimal wurde deshalb die Burg belagert, konnte aber erfolgreich verteidigt werden. Bühl und seine Ländereien selbst wurden aber stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Probst kam erst durch eine Lösegeld-Zahlung frei.
1403
Noch zu Beginn des 15. Jh. besaß Ritter Reinhard von Windeck Gericht, Geleit und Zoll (sogenannte Gerechtsame) für das Dorf Bühl.
In diesem Jahr aber übergab er seinen Besitzanteil an Bühl an König Ruprecht von der Pfalz und erhielt diesen als Reichslehen zurück, zusammen mit dem Privileg für einen Wochenmarkt (Marktrecht).
Bald erlangte so z.B. der Hanfhandel in Bühl überregionale Bedeutung.
 

Siegel von 1409 bis 1507
1438 Erneute Bestätigung des Marktrechts für Reinhard von Windeck durch Kaiser Albrecht II.
1442 Das Dorf erhält das Privileg für einen Jahrmarkt (Bauernmarkt)
1481 Erneute Bestätigung des Marktrechts für Reinhard von Windeck durch Kaiser Friedrich III.
1488Bühl erhält ein Bürgerhaus.
1514 Bauernaufstand, angezettelt von dem Steinmetz Bastian Gugel aus Altschweier als Reaktion auf Willkür-Maßnahmen in Sachen Steuer- und Zolleintreibung der markgräflichen Vögte.
Der Aufstand wurde aber niedergeschlagen, Gugel und weitere Anführer wurden hingerichtet.
Die Unzufriedenheit im ganzen Land hielt jedoch an und es kam 1525 zum Bauernkrieg.
Baubeginn der alten Kirche St. Peter und Paul, Bauzeit: 10 Jahre
1592 Mit dem Tod Jakobs von Windeck starb der letzte männliche Windecker. Das Bühler Reichslehen wurde eingezogen und gelangte schließlich an die Familie der Freiherren von Söltern, bei der es bis 1688 verblieb.
1605Bau des ersten Rathauses in Bühl.
1622 Plünderung und Zerstörung der Stadt durch die Kroaten im "Dreißigjährigen Krieg" (1618-1648)
1643
Siegel von 1643 Siegel von 1643, auch hier in der Mitte das Stadtwappen
mit den 3 symbolischen Hügeln.
1689 Zerstörung der Stadt durch französische Truppen im "Pfälzischen Erbfolgekrieg" (1688-1697, König Ludwig XIV [Sonnenkönig] kämpfte gegen die Habsburger um das Erbe von "Lieselotte v.d. Pfalz")
1703 bis
1707
Bühl war Angriffspunkt im Verteidigungswerk der Bühl-Stollhofener Linie wärend des "Spanischen Erbfolgekriegs" (1701-1714, Ludwig XIV. und der deutsche Kaiser kämpften um die Besetzung des spanischen Throns).
Wieder hatte das die Zerstörung der Stadt zur Folge.
1790 1790 entstand aus den Verwaltungsämtern Bühl und Steinbach das Oberamt Yberg mit Sitz in Bühl. Ihm wurden auch die Gemeinden Stollhofen und Söllingen eingegliedert.
1803 Baden wird Großherzogtum, was in den darauf folgenden Jahren zu großen Reformen hinsichtlich der Amtszuständigkeiten führte.
1805 Bis zu diesem Jahr war Großweier unter Bühler Verwaltung, nach 1805 übernahm das Acherner Amt diese Tätigkeit.
Die Gemeinde Ottersweier wurde in diesem Jahr von Vorderösterreich an Baden abgetreten und unterstand jetzt dem Amt Bühl.
1834 In diesem Jahr wurde die Gewerbeschule Bühl auf Verfügung des Großherzoglichen Bezirksamts eröffnet.
Der Unterricht fand in der Schulstube des Gemeindehauses statt.
1835 Der Ort hatte nun 2800 Einwohner und so wurde dem "Marktflecken" Bühl wird durch Großherzog Leopold von Baden das Prädikat "Stadt" erteilt. Originaltext
1844 In diesem Jahr wurde Bühl an das Badische Eisenbahnnetz (genauer gesagt an die Strecke Mannheim-Basel) angeschlossen, was auch hier das beginnende Industriezeitalter einläutete.
1859 Am 25. März 1859 bekam Bühl die offizielle Genehmigung zur Einrichtung einer freiwilligen Feuerwehr.
1873
Baubeginn der neuen Kirche St. Peter und Paul in neogotischem Stil, das Bauende war 1877. klick für großes Blild
1888
Bau des neuen Rathauses an der Stelle der alten Pfarrkirche, der Kirchturm wurde in den Neubau mit einbezogen. klick für großes Bild
1897 Bau einer Eisenbahn-Linie vom Bühler Bahnhof nach Bühlertal.
Hierbei wurden im Bereich des heutigen Stadtteils Altschweier Funde gemacht, die eine Besiedelung der Gegend im späten Neolithikum (ca. 8000 v.Chr.) beweisen.
Der Bahnbetrieb wurde aber bereits Ende 1956 wieder eingestellt und die Bahnanlagen abgebaut.
1908 Gründung der Winzergenossenschaft "Affentaler Naturbauwein", Namensgeber der heutigen "Affentaler Winzergenossenschaft" im gleichnamigen Ortsteil von Eisental. Sie umfasst heute ca. 320 Hektar Reben-Anbaugebiet in Bühl und der näheren Umgebung.
1911
Baubeginn der "Bühlerhöhe", heute ein weltbekanntes Schlosshotel an der Schwarzwaldhochstraße. mehr zur Bühlerhöhe
1924 Wagshurst wurde bis 1936 dem Bezirksamt Bühl unterstellt, heute gehört es zu Achern.
1930
Baubeginn der "Schwarzwaldhochstraße" als Aussichtsstrecke für den damals beginnenden Auto-Tourismus.
Die Kosten teilten sich die Städte Baden-Baden, Bühl und Achern.
Heute gilt sie als die berühmteste Panoramastraße Deutschlands.
mehr über die Schwarzwaldhochstraße
1934 Kappelwindeck wird eingemeindet
1971 Eingliederung der Gemeinden Neusatz und Oberweier
1972 Eingliederung der Gemeinden Balzhofen, Oberbruch und Eisental
1973 Eingliederung der Gemeinden Altschweier, Moos, Vimbuch und Weitenung
Bühl wird im Zuge der Kreis- und Gemeindereform vom Ministerialrat des Landes Baden-Württemberg zur Großen Kreisstadt erklärt. Es verlor aber den Sitz des Landratsamtes (durch die Auflösung des Landkreises Bühl) und wurde in den neu gegründeten Landkreis Rastatt eingegliedert.
1993
In diesem Jahr traf sich die internationale Radsport-Elite zur ersten Bühler Radrennsport-Veranstaltung, dem "Telekom Grand Prix", einem Paarzeitfahr-Wettbewerb.
Von 1996 bis 2003 wurde diese Veranstaltung durch den ebenfalls jährlich stattfindenden "LUK-Cup" abgelöst.
2004 fand die erste "LUK-Challenge" als Nachfolge-Veranstaltung des LUK-Cup statt. Sie ist wieder ein Paarzeitfahr-Wettbewerb.
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Im
neuen
Jahr-
tausend
Bühl hat heute über 27.000 Einwohner. Eine starke Industrie und über 250 kleine und mittlere Unternehmen des Handwerks, Handels und der Freien Berufe stellen rund 18.500 Arbeitsplätze zur Verfügung. Aus dem früher landwirtschaftlich geprägten Amtsstädtchen Bühl wurde mittlerweile ein moderner Industrie-Standort.
2003 feierte die Stadt sein 600 Jahre altes Marktrecht.
Quellen-
angabe:
'Kurzgefaßte Stadtgeschichte der Stadtgemeinde Bühl im Herzogthum Baden' - Karl Reinfried, 1877
'Vom Marktflecken zur Großen Kreisstadt' - Stadtverwaltung Bühl/Baden, 1972
'Wie die Bühlerhöhe gebaut wurde' - Curt Rüschhoff, 1964
Homepage der Stadt Bühl - www.buehl.de
Weitere interessante Bilder von Bühl:


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Links und Adressen mit weiteren Infos:
Offizielle Homepage der Stadt Bühl: www.buehl.de
Eine Stadt-Portal-Seite mit vielen aktuellen Infos über Bühl: www.buehl-online.com
Homepage des Stadtteils Altschweier: www.altschweier.de
Homepage des Veranstalters des Burgfestes: www.allda-esel.de

Als Betreiber dieser Homepage betone ich ausdrücklich, dass ich
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Stadtgeschichtliches Institut im Schloss Waldsteg
Otto-Stemmler-Str. 6, 77815 Bühl-Neusatz
Tel.: 07223 / 94 08 76
Geöffnet: Di und Do 8:00 bis 12:00 Uhr und 14:00 bis 18:00 Uhr oder nach Vereinbarung

Neues Bühler Stadtgeschichtliches Museum
Schwanenstr. 11 (in der Fußgängerzone)
Eröffnungs-Termin war im September 2007.

Das Haus, in dem das Museum untergebracht ist (siehe Foto rechts) wurde 1669 erbaut und im Laufe der Jahrhunderte immer wieder durch Anbauten erweitert.