Temperaturgesteuerter Drehzahlregler für Lüfter

Dies ist eine Bauanleitung für eine elektronische temperaturabhängige Lüfterregelung.
Entworfen habe ich sie für den CPU-Lüfter meines Rechners, da dessen Betriebsgeräusch bei voller Drehzahl sehr laut war. Die Schaltung kann natürlich auch für andere Lüfter eingesetzt werden (Grafikkarten-Lüfter o.ä.).
Sie passt die Lüfterdrehzahl mittels Temperaturfühler automatisch auf die erforderliche Kühl-Leistung an, denn sie kann je nach Größe des Kühlkörpers merklich niedriger als die volle Drehzahl sein.

Andere Anwendungsbereiche der Schaltung wären:

  • HiFi-Verstärker, insbesondere wenn er öfter mal eine Party beschallen soll
  • Labor- und ähnliche Netzgeräte, Ladegeräte

  • Auch diese Geräte leben bestimmt länger, wenn sie im Bedarfsfall von einem Lüfter ausreichend Frischluft zugefächelt bekommen.

    Schaltbild

    Die Anschlussbelegung des Lüftersteckers auf dem Mainboard finden Sie hier
    Bauteileliste
    R 1 4,7 kΩ
    R 2 22 kΩ Trimmpoti
    R 3 KTY 10-xx,
    näheres siehe Text
    R 41 kΩ
    R 5560 Ω
    R 610 Ω
    C 1470 µF / 16 V
    LEDStandard-Leuchtdiode
    T 1 BC 547 C oder:
    BC 237 C, BC 238 C
    BC 548 C
    bzw. jeder andere NPN-Universal-Transistor
    T 2 BC 141-16 oder:
    BC 140-16, BC 141
    BD 135-16, BD 226-16
    BD 233-16
    Alle Widerstände: 1/4 Watt
    Funktion der Schaltung
    Ich habe versucht Bauteile zu verwenden, die möglichst einfach zu beschaffen und zu verarbeiten sind. Das einzige schwieriger zu beschaffende Bauteil dürfte der Thermistor R 3 (temperaturabhängiger Widerstand) sein.
    Der Aufbau der relativ einfachen Schaltung erfolgt am besten auf einem Stück Lochraster-Platine.
    Mit dem Trimmpoti R 2 wird die Grunddrehzahl eingestellt, d.h. er wird so eingestellt, dass der Lüfter bei kalter CPU (gleich nach dem Einschalten) zwar nur langsam dreht, aber noch sicher anläuft.
    Die LED leuchtet am hellsten, wenn der Lüfter am langsamsten läuft, bei voller Drehzahl leuchtet sie nicht mehr.
    Die LED und R 5 können auch weggelassen werden, sie werden für die Funktion der Schaltung nicht benötigt, ermöglichen aber das Überwachen der Schaltung.
    Der temperaturabhängige Widerstand R 3 (PTC) stammt von Siemens (heute Infineon), es gibt ihn in verschiedenen Genauigkeitsklassen: KTY 10-5, -6, -7, KT-100, es gibt auch die Typen KTY-81-210 bis KTY 81-252 von Philips, in dieser Schaltung kann jeder dieser Typen verwendet werden.
    Er wird einfach zwischen die Kühlrippen geschoben und mit etwas Klebstoff fixiert, die Anschlüsse müssen vorher gut isoliert werden, wofür sich Schrumpfschlauch am besten eignet.
    Nach dem Einbau muss unbedingt kontrolliert werden, ob der Kühlkörper der CPU nicht überhitzt, sonst muss die Leerlaufdrehzahl mit dem Trimmpoti höher eingestellt werden.
    Bei übertakteten PC-Systemen ist der Einsatz der Schaltung grundsätzlich nicht zu empfehlen!
    Bei Mainboards, die selbstständig die Lüfterdrehzahl überwachen, muss diese Funktion in BIOS deaktiviert werden.

    Viel Spass und Erfolg beim Nachbau

    Stand: 19.7.2008, © Jürgen Mayer
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