

Erfahrungsbericht einer
Kinderbehandlung nach dem Gelsenkirchener Behandlungsverfahren
von Tanja Grandy
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Silas ist jetzt 21/2 Jahre
alt und „leidet" fast sein ganzes kurzes Leben lang an
Neurodermitis. Ich, die soziale, naturverbundene, überzeugt stillende
Mutter (seit sieben Jahren Vegetarierin, Stamm-Kundin im
Naturkostladen) empfand diese Tatsache erst als eine Art
„Fluch" und verstand die Welt nicht mehr. Drei Monate nach unserem Aufenthalt lösten wir - wie geplant - in Bayern Haus und Hof auf, zogen mit unseren drei Kindern (6 - 4 - 1) in ein großes Wohnmobil (bis unters Dach voll Öko-Nahrung) und gingen auf Europa-Reise... für „Klein-Silas", laut Herrn Langer„... ein Überlebens-Training im positiven Sinne...". Tatsächlich förderte das Unternehmen seine Selbständigkeit. Silas schlief in der Nacht tief und fest, hatte einen guten Appetit und war zu seinem z. Geburtstag „sauber", fing endlich an zu reden, die Haare wuchsen und aus dem hilflosen, anhänglichen Baby wurde einkleiner, selbstbewußter Junge. Über die Sommermonate am Atlantik war die Haut „blank". Die Kratzanfälle beschränkten sich auf wenige Situationen ohne entzündliche Reaktionen. Erst zum Winter hin, im
neuen Zuhause auf Quinta Ciparros (Portugal) angekommen, flammte das
Ekzem wieder auf, und ein heftiger Schub folgte zusammen mit der
Erkenntnis: Die Mechanismen sind nicht überwunden, was machen wir nur
falsch? Wir bemühten uns um Souveränität, was nicht immer gelang...
Silas' Widerstand wirkte sich auf das Essen aus. Er ging auf alles
los, was er nicht sollte, nutzte jede Gelegenheit, die Diät zu
brechen, suchte und klaute Süßigkeiten. Nicht selten fanden wir ihn
mit Schokolade, Keks oder Kaugummi in einem Versteck sitzend, wußten
nicht woher und von wem ... schließlich hatten die größeren Brüder
ihre eigenen Bezugsquellen und legten sich geheime, jedoch unsichere
Lager an. Die Kontrolle artete in Streß aus auf allen Seiten, dazu
kam eine Herpes‑Infektion. Es gab nur noch eine Zuflucht: (Bad)
Gelsenkirchen. Zugegeben, ich fuhr am
vergangenen Sonntag mit einem mulmigen Gefühl los, obwohl das Ekzem
die letzten Wochen wieder deutlich zurückgegangen war und Silas sehr
fit wirkte. Ich fühlte mich schuldig, weil die Neurodermitis nach
diesem Jahr nicht überwunden ist und ich meiner Erwartung (!) nicht
gerecht werden konnte. |
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In der „Mäuseburg" wurde dann schnell deutlich: Silas ist noch voller Trennungsängste. Er wollte auch nicht allein im Zimmer schlafen... logisch, das stand ja bisher im Wohnmobil nicht an, ebensowenig jetzt im gemeinsamen Kinderzimmer. Frau Dr. Johna und Herr Langer bestätigten mir zwar, daß durch die vielen Ortswechsel und damit verbundenen Trennungen die Autonomie von Silas unterstützt wurde, machten mir aber klar, daß wir Eltern hierbei die einzige Sicherheit darstellten, was eine weitere Fixierung zur Folge hatte. Da sah ich den Weg ganz klar: Jetzt an festem Platz in Portugal, in geschütztem Rahmen kann erst die Trennungsangst bearbeitet werden, also, packen wir's an... und geben wir uns die Zeit! Welch eine Erleichterung.. kein Fehler, Keine Schuld... ! Das Leben und dessen Umstände setzt uns weitere Prüfsteine, und wir dürfen daran wachsen -warum immer schon ans Ziel denken, wenn der Weg so lehrreich und intensiv ist? An dieser Stelle möchte ich dem ganzen „K 5-Team" danken für die nette Aufnahme und das Verständnis, die Hilfe und klärenden Gespräche; nicht zuletzt auch Herrn Prof Stemmann, der mich bei seinen Vorträgen wieder zum Schmunzeln brachte und „AhaErlebnisse" bescherte. Im letzten Jahr ist in mir
auch der Wunsch entstanden, in Portugal einen Ort der Begegnung zu gründen,
wo allergiebetroffene Menschen und Familien entspannte Ferien nach dem
„Gelsenkirchener Prinzip" verbringen können. Ich traf mich aus
diesem Grunde mit Frau Braun, die mich wieder so herzlich empfangen
hat und ihre Unterstützung zusagte. Darüber freue ich mich sehr und
möchte für die Offenheit, überhaupt den unermüdlichen Einsatz von
AuK e. V., meine Dankbarkeit ausdrücken. So verließen Silas und ich
frohen Mutes - mit Diät -Erweiterung in der Tasche - die Klinik und
machen uns keinen Streß mehr mit Erwartung und Erfolgsdruck, gehen
gemeinsam weiter, der Sonne entgegen ... wohin uns am Dienstag das
Flugzeug bringen wird. Auch (Bad) Gelsenkirchen ist uns zu einer Art
Heimat geworden, denn „HEIMAT IST DA, WO MAN
VERSTANDEN WIRD"... nicht wahr? In diesem Sinne, Ate - bis bald - vielleicht sogar in Portugal, Ihre Tanja Grandy |
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Im AuK Brief 4/2000 schrieb Tanja Grandy, daß
sie im Frühjahr 2000 noch einmal für vier Tage in der Klinik war, um
die Heilung ihres Sohnes Silas zu erreichen. Am 12.01.2001 ergänzte sie
ihren Bericht wie folgt: Ihre
Tanja Grandy |
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Copyright © 1997 Klaus Zölzer